Die Prä­di­kats­wein­gü­ter unter­tei­len ihre Wein­berg­s­la­gen in drei Güte­klas­sen. Je nach Ein­stu­fung kön­nen auf den unter­schied­li­chen Ter­ro­irs „Ers­te Lage-Weine“, Wei­ne aus „klas­si­fi­zier­ten Lagen“ und „Guts- bzw. Orts­wei­ne“ erzeugt wer­den.

Bereits 1984 ent­wi­ckel­te sich inner­halb der Prä­di­kats­wein­gü­ter eine inter­ne Klas­si­fi­ka­ti­ons­be­we­gung. In der Ver­eins­sat­zung von 1990 wur­den stren­ge Prüf­kri­te­ri­en für die Mit­glied­schaft im VDP beschlos­sen, die einer Guts­klas­si­fi­ka­ti­on gleich­zu­set­zen sind. Im Jahr 2002 wur­de die Lagen­klas­si­fi­ka­ti­on beschlos­sen. Im Mit­tel­punkt des Modells steht das „Ter­ro­ir“.

Aus den nach VDP-Einstufung bes­ten Wein­ber­gen Deutsch­lands, den „Ers­ten Lagen“, kom­men die tro­cke­nen „Gros­sen Gewäch­se“ und auch frucht­sü­ße Prä­di­kats­wei­ne, die als Spät- und Aus­le­sen bis hin zur Tro­cken­bee­ren­aus­le­se bezeich­net wer­den. Auf die­sen abge­grenz­ten Wein­la­gen dür­fen nur weni­ge Reb­sor­ten ange­baut wer­den. Je nach Anbau­ge­biet kön­nen in den „Ers­ten Lagen“ nur Weiß-, Früh- und Spät­bur­gun­der, Ries­ling, Sil­va­ner und Lem­ber­ger gepflanzt wer­den. Der Ertrag ist auf max. 50 hl/ha beschränkt, selek­ti­ve Hand­le­se und ein Min­dest­most­ge­wicht auf Spät­le­se­ni­veau sind vor­ge­schrie­ben. Die Ver­mark­tung erfolgt erst im Sep­tem­ber des auf die Ern­te fol­gen­den Jah­res bei Weiß­wei­nen bzw. ein Jahr dar­auf bei Rot­wei­nen. Das Logo „Eins mit Trau­be“ kenn­zeich­net die­se Wei­ne auf dem Eti­kett und/oder auf der Fla­sche (wie auf dem Bild dar­ge­stellt). Rund zehn Pro­zent der VDP-Weinbergsflächen sind als „Ers­te Lagen“ ein­ge­stuft, die stän­dig stei­gen­de Jah­res­pro­duk­ti­on liegt der­zeit etwas über einer Mil­li­on Fla­schen. Die Begrif­fe „Ers­te Lage“ und „Gros­ses Gewächs“ sind Eigen­mar­ken des VDP und wein­ge­setz­lich noch nicht zuge­las­sen.  Ledig­lich im Rhein­gau ist die Klas­si­fi­ka­ti­on „Ers­tes Gewächs“ wein­recht­lich gere­gelt.

Den Mit­tel­bau des VDP-Klassifikationsmodells stel­len die Wei­ne aus einer „klas­si­fi­zier­ten Lage“ dar. Dar­un­ter sind eine „klei­ne Grup­pe cha­rak­ter­vol­ler, tra­di­tio­nel­ler Wein­ber­ge“  klas­si­fi­ziert, so der VDP. Die Erträ­ge sind auf 60 hl/ha begrenzt, zuläs­sig sind nur regio­nal unter­schied­lich fest­ge­leg­te Reb­sor­ten, die ein höhe­res Min­dest­most­ge­wicht errei­chen müs­sen. Die Wei­ne wer­den mit dem Namen des Ortes und der Wein­la­ge eti­ket­tiert.

Die Basis des drei­stu­fi­gen Modells stel­len die Guts- und Orts­wei­ne. Die­se sol­len das „regio­na­le Ter­ro­ir auf hohem Niveau“ wider­spie­geln. Die Wein­ber­ge sind zu min­des­tens 80 % mit gebiets­ty­pi­schen und vom VDP emp­foh­le­nen Reb­sor­ten bestockt. Der Ertrag ist auf 75 hl/ha begrenzt, zudem sind höhe­re Most­ge­wich­te vor­ge­schrie­ben.

Mit der Erzeu­gung von Ter­ro­ir gepräg­ten Wei­nen soll die Wer­tig­keit der bes­ten Lagen Deutsch­lands wie­der her­ge­stellt wer­den, gro­ße tro­cke­ne Wei­ne sol­len wie­der ihren Stel­len­wert zurück­ge­win­nen und Prä­di­kats­be­zeich­nun­gen sol­len wie­der für tra­di­tio­nel­le Geschmacks­pro­fi­le ste­hen, so die Ziel­vor­ga­ben des VDP. Ähn­lich den detail­lier­ten Kri­te­ri­en für Wei­ne aus „Ers­ten Lagen“ (http://erste-lage.com) sol­len auch die Kri­te­ri­en für die Erzeu­gung von Wei­nen aus klas­si­fi­zier­ten Lagen und für Guts- und Orts­wei­ne noch wei­ter kon­kre­ti­siert wer­den.

Foto: VDP Die Prä­di­kats­wein­gü­ter

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