Mehr als ein Schoppenwein: Der Silvaner mag Spargel und Fisch.

Silvanerreben liefern eher neutrale Weine mit einer milden Säure, herzhafte Varianten zur kräftigen Regionalküche und ebenso feine Menüweine.

Somit ist als Herkunftsland eher Österreich als Rumänien anzunehmen, worauf die Namensverwandtschaft mit der Region Transsylvanien hindeuten könnte. Doch diese Herkunft ist unwahrscheinlich: der Sylvaner hätte die dortigen kalten Winter nicht überstanden. Belegt ist, dass im Jahr 1665 ein Zisterzienser-Abt Alberich Degen aus dem fränkischen Steigerwald die Rebe nach Deutschland brachte. Von Franken aus erreichte sie andere Anbaugebiete wie das heutige Rheinhessen, die Pfalz oder die Nahe. Dabei nannten die katholischen Winzer noch bis vor wenigen Jahrzehnten den Silvaner "Franken", die evangelischen Winzer dagegen "Österreicher". Nebenbei bemerkt: im Schweizer Wallis heißt die Sorte Johannisberger, im Elsass Sylvaner.
 
http://www.youtube.com/watch?v=ng3MxgHW69Q&feature=channel
 
Bedeutung
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts begann die unaufhaltsame Ausbreitung des Silvaner. Er verdrängte alte, minderwertige Sorten, aber auch Gutedel und Elbling, beispielsweise in der Pfalz. Schließlich galt die Rebsorte Mitte dieses Jahrhunderts als wichtigste deutsche Rebsorte: mehr als jede zweite Rebe war ein Silvanerstock. Der kontinuierliche Anbaurückgang der letzten Jahrzehnte, insbesondere zugunsten des Müller-Thurgau, ließ den Flächenanteil des Silvaners auf derzeit 5 Prozent sinken. Auf diesem Niveau und fast 5.300 Hektar scheint sich die Traditionssorte zu stabilisieren. Insbesondere in Rheinhessen erlebt sie eine gewisse Renaissance. Der "Rheinhessen Silvaner" wächst auf fast 2.500 Hektar. Zudem stehen in Franken 1.250 Hektar Silvanerweinberge, in der Pfalz rund 850 Hektar. Nochmals fast 300 Hektar kommen an der Nahe hinzu. Auch die badische Weinbaugemeinde Ihringen fühlt sich besonders dem Silvaner verbunden.

Anbau
Der Silvaner stellt höhere Ansprüche an den Boden als der Riesling. So gibt er sich nicht mit trockenen oder steinigen Böden zufrieden. Silvaner ist empfindlich gegen Winterfrost, was gerade die fränkischen Winzer immer wieder erleben müssen. Er kann hohe Erträge liefern für unkomplizierte Alltagsweine oder auch Exportweine wie Liebfraumilch. Andererseits liefert er gehobene und höchste Prädikatsweine bei entsprechender Ertragsreduzierung. Beeren- und Trockenbeerenauslesen erreichen bei der DLG-Prämierung große Preise.

Ausbau/Geschmack
Silvaner gilt an frostfreien Standorten als ertragssicher mit einer mittleren Reifezeit. Er liefert eher neutrale Weine mit einer milderen Säure als beispielsweise der Riesling. Silvaner sind in der Farbe meist recht hell, haben einen dezenten, mitunter erdigen Duft und einen mittleren Körper. Vielfach treffen auch die Eigenschaften "saftig", "vollmundig" oder "wuchtig" zu, gerade wenn die Reben auf schweren Böden stehen. Die Vinifizierung erfolgt gewöhnlich im Edelstahlbehältnis, bei Spät- und Auslesen teilweise auch im (kleinen) Holzfass.

Genuss
Wir können Schoppenweine und Speisenbegleiter unterscheiden. Die herzhaften Varianten schmecken auch zu kräftiger, regionaler Küche. Geschliffene Silvaner aus Franken sind wunderbare Fischbegleiter, aus Rheinhessen und der Pfalz passen sie besonders zum Spargel. Meist werden Weine aus den letzten zwei Jahrgängen bevorzugt.

Schreibe einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind mit * markiert.

Formular zurücksetzenBeitragskommentare